SCHMERZKLINIK am ARKAUWALD
Fachklinik für spezielle Schmerztherapie

Bismarckstr. 52
97980 Bad Mergentheim

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Erfahrung schon seit 1987
Für Mitglieder gesetzlicher Kostenträger bieten wir auf der Grundlage des § 40 bzw. 111 SGB V Rehabilitationsbehandlungen an und für
Patienten mit privater Krankenkasse werden Krankenhausbehandlungen gemäß OPS 8-918 durchgeführt. Die Klinik ist auch beihilfefähig.

Informationen zum Thema Schmerz und Schmerztherapie

KNIESCHMERZ
weiterer Suchbegriff: Neuropathia patellae

Zunächst eine gute Nachricht für alle Schmerzpatienten

Laut den Ausführungen des Bundesministeriums für Gesundheit haben seit dem 1.4.2007 alle gesetzlich versicherte Personen einen Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation und können sich ihre Rehabilitationseinrichtung sogar selbst aussuchen. Quelle: Web-Seite der Bundesregierung und Brief des Bundesgesundheitsministeriums

Als Knie (Genu) wird die vom Kn iegelenk (Articulatio genus) und der Kniescheibe (Patella) gebildete Vorwölbung am unteren Ende des Oberschenkels bezeichnet (n. Roche).
Bei Verwendung des Begriffes "Kn ieschmerz" sind i.d.R. Schmerzen im Kniegelenk gemeint.

Das Kniege lenk ist das größte Gelen k des Körpers. Es besteht aus drei Anteilen:

  1. Mediales Tibiofemoralgelenk (= inneres Gelenk zwischen Schienbein und Oberschen kel)

  2. Laterales Tibiofemoralgelenk (= äußeres Gelen k zwischen Sch ienbein und Oberschen kel)

  3. Femoropatellargelenk (= Gelen k zwischen Kniescheibe u. Oberschen kel)

Das Kniege lenk ist ein relativ kompliziertes, sog. Drehwinkelgelenk. Es ermöglicht die Beugung und Streckung sowie - bei erschlafften Seitenbändern - eine beträchtliche Drehung des Unterschenkels. Aufgrund des komplizierten Kapselbandapparates ist das Kniege lenk besonders anfällig für Verletzungen und damit für einen Kn ieschmerz, häufig bei sportlichen Aktivitäten.

Mögliche Ursachen für einen Kn ieschmerz können die Fachbereiche Orthopädie und Neurologie betreffen.

Knieschmerz neurologischer Ursache

Bei der seltenen Neuropathia patellae handelt es sich um eine Kompression (= Einengung) des Ramus infrapatellaris des Nervus saphenus beim Durchtritt durch die Faszie (= bindegewebige Hülle eines Muskel s). Dieser Kn ieschmerz tritt unterhalb der Kniescheibe auf.

Beim Hows hip-Rom berg-Syndrom liegt eine Reizung/Störung des Nervus obturatorius (= Nerv an der Innenseite des Oberschenkels) vor. Zu Schmerzen kommt es an der Innenseite des Knies.

Chronischer Knieschmerz orthopädisch-rheumatologischer Ursache

Häufig ist für einen Kn ieschmerz (chronischer) die Patella (Kniescheibe) ursächlich. Sie artikuliert (= eine gelenkige Verbindung herstellen) im Kniege lenk mit dem distalen Femur (= unterer Teil des Oberschenkelknochens). Folgende Störungen können zu einem Kn ieschmerz führen:

Die Chondropathia patellae ist ein Knorpelleiden der Kniescheibe, hervorgerufen durch Knorpelerweichung unterhalb derselben. Vorausgegangen ist eine Auffaserung und Abschilferung des Knorpels. Manchmal bildet sich ein Sequester (= isolierter, abgestorbener Teil eines Organs) und kann dann zu einem sog. freien Gelenkkörper werden.
Patienten mit einer
Chondropathia patellae klagen über Schmerzen im Bereich der Kniescheibe, häufig nach bergab gehen oder aber auch nach längerem Sitzen mit gebeugten Knien. Schlafen mit gebeugten Knien bewirkt einen nächtlichen Ruhesch merz.
Die
Chondropa thia patel lae tritt bevorzugt bei jungen Frauen aber auch bei jungen Männern während des Wachstumsschubes in der Pubertät auf und wird durch Fehlbildungen oder Fehlstellungen der Kniescheibe begünstigt. Auch eine dauerhafte Überbeanspruchung der Kniescheibe bei knienden Tätigkeiten (z.B. Fliesenleger) kann zu dieser Erkrankung führen.

Seltenere Ursachen für einen patellabedingten Kn ieschmerz:

Eine weitere Ursache für einen Kn ieschmerz (chronischer) ist eine Meniskopathie (= vorzeitige Degeneration der Gelenkzwischenscheibe), hervorgerufen durch eine Verletzung, aber auch durch Alterungsvorgänge.

Die weitaus häufigste Ursache für einen Kn ieschmerz ist jedoch die Arthrose, eine vorwiegend degenerative (= abnutzungsbedingte) Gelenkerkrankung, die (mit großen Schwankungen) erst mit zunehmendem Alter auftritt.
Bei der sog. Arthrosis def ormans (Arthropathia defor mans) bestehen chronische, schmerzhafte, zunehmend funktionsbehindernde Gelenkveränderungen infolge eines Mißverhältnisses von Tragfähigkeit und Belastungen.
Betroffen sind vor allem das
Hüftgelenk und Kniege lenk.

Die Ausbildung einer Arthrose und dem damit verbundenen Kn ieschmerz (chronischer) kann durch mehrere Faktoren begünstigt werden. So z.B. Überlastungen ( z.B. beim Fliesenleger), Vorschädigungen infolge eines Unfalls oder auch eigenständige Gelenksentzündungen (Arthritis). Darüber hinaus können auch permanente Fehlbelastungen z.B. bei Fehlstellung der Beine (X- oder O-Be ine) zu einer Arth rose des Kniegelen ks führen. Zur Prävention (= Vorbeugung) einer Arthrose sollten deshalb präarthrotische (= einer Ar throse vorausgehenden, eine Ar throse begünstigende) Deformitäten (= Fehlbildungen) beseitigt werden.

In den letzten Jahren hat die operative Behandlung der schmerzhaften Arth rose im große Bedeutung erlangt. Folgende Methoden stehen zur Verfügung:

Eher selten können auch Tumore zu einem Kn ieschmerz führen, meist gehen diese von der Innenhaut der Gelenkkapsel (Membrana synovialis) oder von der Gelenkkapsel selbst aus. An gutartigen Tumoren kommen vor: Lipome (= Fettgewebsgeschwulste), Fibrome (= Bindegewebsgeschwulste) oder Hämangiome (= Wucherungen von Blutgefäßen). Bösartig ist das maligne Synovialom.
Besonders bei Kinder und Jugendlichen ist daran zu denken, daß ein
Kn ieschmerz als zunächst einziges Symptom (= Krankheitszeichen) auch bei einem Tumor in den benachbarten
Knochen (Ober- und Unterschenkel) auftreten kann.

Zu einem Kn ieschmerz kommt es auch bei einer Gelenkentzündung (Gonarthritis) infolge einer Systemerkrankung. I.d.R. sind dann aber mehrere Gelenke betroffen. Als Ursache dominieren rheumatische bzw. rheumatoide (= rheumaähnliche) Prozesse.
Im Jugendalter kann ein Gelenkschmerz bzw. Kn
ieschmerz im Rahmen einer systemischen juvenilen chronischen Arthritis (Still Syndrom) auftreten, eine meist symmetrisch verteilte Polyarthritis (= En tzündung in mehreren
Gelen ken). Begleitende Krankheitszeichen sind Fieber, Milz- und Lebervergrößerung sowie Lymphknotenschwellungen.
Bei oder nach Infektionskrankheiten (z.B. Masern, Mumps, Röteln, Windpocken) kann es ebenfalls zu einem Gelen k- bzw.
Kn ieschmerz kommen, sog. parainfektiöse reaktive Arthritiden.

Behandlung beim Knieschmerz:
Grundsätzlich gilt, daß durch eine geeignete Diagnostik
(= Maßnahmen zur Erkennung von Krankheiten) versucht werden muß, eine für den geklagten Kn ieschmerz ursächliche, spezifische Erkrankung zu entdecken. Gelingt dies, so muß diese zunächst kausal (= entsprechend der Krankheitsursache) behandelt werden.
Dazu Beispiele: Wird ein Kn
ieschmerz durch eine Einklemmung des Meniskus (= Gelenkzwischenscheibe) verursacht, oft mit einer
Bewegung ssperre einhergehend, so hilft meist nur ein operativer Eingriff in Form einer Kniespiegelung. Ist der chronische Kn ieschmerz Folge eines bereits weitgehend zerstörten Gelenkes, so kommt eigentlich nur die operative Einpflanzung einer sog. Endoprothese in Frage.
Beim rheumatisch bedingten, chronischen Kn
ieschmerz überläßt der Schmerztherapeut die medikamentös/ systemische Grundbehandlung dem erfahrenen Rheumatologen.
Verbleibt nach einer krankheitsspezifischen Behandlung dennoch ein
Kn ieschmerz, so eignen sich zur Behandlung folgende Maßnahmen, wobei ein chronischer Knieschmerz praktisch immer eine Kombination von verschiedenen Therapieverfahren erfordert:

Medikamentöse Behandlung:
Akut
(= plötzlich einsetzend, heftig) und subakut (= eher schleichend verlaufend) können bei einem Kn ieschmerz zunächst (vorwiegend) peripher wirkende Analgetika (= Schmerzmittel, die am Ort der Schmerzentstehung wirken) eingesetzt werden, insbesondere sog. nicht steroidale Antirheumatika (= Rheumamittel), aus dieser Gruppe möglichst langwirkende und magenschonende wie z.B. Mobec®). Besonders magenschonend und auch entzündungshemmend sind diesog. COX-2 Inhibitoren, z.B. Parecoxib (Dynastat®) oder Etoricoxib (Arcoxia®), allerdings scheint diese Stoffgruppe mit einem Herz-/Kreislauf-Risiko verbunden zu sein, zumindest bei längerer Therapiedauer. Es bleibt abzuwarten, ob Parecoxib und Etoricoxib nicht auch noch vom Markt genommen werden, wie schon andere Mittel dieser Stoffgruppe zuvor.
Bei stärkeren schmerzhaften
Muskel verspannungen können darüber hinaus auch Muskelrelaxanzien (= Mittel zur Muskelentspannung) (z.B. Norflex®, Mydocalm®) verordnet werden.
Manchmal ist aber ein stärkerer Knieschmerz nur mit zentralwirkenden Analgetika (z.B. Tramadol, Valoron N® oder gar Morphin)
(= im Gehirn bzw.
Rücken mark wirkende Schmerzmittel) beherrschbar.
Grundsätzlich sollte aber auch beim Kn
ieschmerz (chronischer) eine längerfristige Schmerzmittelverordnung wegen der Gefahr der Gewöhnung oder gar Schmerzmittelabhängigkeit vermieden werden.
Die Kombination mit schmerzdistanzierenden Antidepressiva
(= Mittel gegen Depression, aber auch beim chronischen Schmerz hilfreich) (z.B. Doxepin, Maprotilin) oder Neuroleptika hilft in vielen Fällen Schmerzmittel einzusparen.

Therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel bzw. Lokalanästhetika):
Bei einem anhaltenden Knieschmerz sollten rechtzeitig alternative Methoden eingesetzt werden. Eine sehr wirksame Alternative, ohne jedes Gewöhnungs- oder Suchtpotential, ist die therapeutische Lokalanästhesie mit einem langwirkenden örtlichen Betäubungsmittel (z.B. Bupivacain) in Form von örtlichen Betäubungen und Nervenblockaden. Dabei wird das schmerzhafte Kniege lenk wiederholt (stationär bei uns zwei mal täglich) großzügig perikapsulär (= um die Gelenkkapsel herum) infiltriert. Das Kniege lenk kann auch mit "Zeel" umspritzt werden, was manchen Patienten mit "homöopathischer" Grundeinstellung sehr entgegen kommt.
Als nächst höhere Therapiestufe kommen beim Knieschmerz wiederholte Blockaden
(= Betäubungen) des vorderen Oberschenkelnervs (N. femoralis) in Frage, in hartnäckigen Fällen auch kontinuierlich mit Katheter*. Grundsätzlich wird dabei das Lokalanästhetikum (= örtliche Betäubungsmittel) jeweils so verdünnt verabreicht, daß nur die Sensibilität (= u.a. Schmerzempfindung) betroffen ist, die Motorik (= Muskelfunktion) aber erhalten bleibt und damit begleitend intensive, gelenkfunktionserhaltende sowie funktionsfördernde krankengymnastische Übungsbehandlungen möglich sind, bzw. bei stärkeren Schmerzen durch Hemmung der Nozizeption (= Schmerzreizleitung) erst möglich werden.
Nervenblockaden haben darüber hinaus einen sehr günstigen Nebeneffekt. Durch die gleichzeitige Blockade vegetativer Nervenfaseranteile kommt es im korrespondierenden Gewebebereich zu einer sehr deutlichen Mehrdurchblutung, die jedem entzündlich/ degenerativen Prozeß nachhaltig entgegenwirkt. In diesem Sinne ist diese Behandlung nicht nur symptomatisch
(= nicht nur auf den Schmerz gerichtet), sondern kurativ (= heilend).

* Bei der sog. kontinuierlichen Blockade mit Katheter wird der dünne Kunststoffschlauch vorübergehend (z.B. 10-14 Tage lang) dicht an Nervengeflechte bzw. den betroffenen Ner ven eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht „aufgeschnitten“ werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das örtliche Betäubungsmittel völlig schmerzlos nachgespritzt.
In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittels durch den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden.
Nach neueren Erkenntnissen vermag eine solche, intensive, län gerfristige Blockadebehandlung auch das sog. Schmerzgedächtnis zu löschen.

Physikalische Therapie beim Knieschmerz (chronischer):
Auch eine Elektrostimulation kann beim Kn
ieschmerz eine Beschwerdelinderung herbeiführen. Die transkutane Nervenstimulation mit Niederfrequenzgenerator (TENS) hat den Vorteil, daß sich die Patienten bei Bedarf selbst behandeln können. Die Elektroden werden paarig über dem Gelen k aufgeklebt. Durch Veränderung der Stimulationsfrequenz und der Elektrodengröße kann die Wirkung optimiert werden.
Eine weitere physikalische Behandlungsmöglichkeit ist die oberflächliche Kältetherapie im Schmerzbereich. Wir verwenden einen elektrischen Kaltluftgenerator, dessen Luftstrom auf ca. -10 bis -15 Grad C abgekühlt ist. Manche Patienten mit einem Kn
ieschmerz empfinden allerdings lokale Wärmeapplikationen (Rotlicht) als besser wirksam.
Warme Bäder können ebenfalls einen Kn
ieschmerz lindern.
Die Verordnung von Massagen ist auch beim chronischen Knieschmerz
nicht sinnvoll. Für den Patient mag diese Behandlung zwar angenehm sein, aber unter schmerztherapeutischem Aspekt bringt sie nichts und führt nur zu unnötigen Kosten.
Nahezu unverzichtbar ist aber die heilgymnastische Therapie, da meist nur diese geeignet ist, Gelenkfunktionen zu fördern bzw. zu erhalten.

Andere Therapiemaßnahmen beim Knieschmerz:
Der Vollständigkeit halber darf die Akupunktur (Schmerzakupunktur) zur Behandlung bei einem Kn
ieschmerz nicht unerwähnt bleiben. Auch eine Magnetfeldtherapie
(pulsierende Signaltherapie) kann hilfreich sein.
Hypnoide
(= bewußtseinsverändernde) Verfahren wie autogenes Training oder progressive Relaxation nach Jakobson sind im Rahmen der psychologischen Schmerztherapie eine sinnvolle Ergänzung der Gesamtstrategie. Beim Kn ieschmerz (chronischer) ist auch ein Schmerzbewältigungstraining sinnvoll.

Schmerz in anderen Gelen ken:

Hüftgelenkschmerz
Schultergelenkschmerz
Handgelenkschmerz
Fußgelenkschmerz
Ellenbogenschmerz

Viele gute Gründe sprechen für eine stationäre Behandlung in der SCHMERZKLINIK am ARKAUWALD, so z.B.:

Teilweise übernehmen auch Rentenversicherungen und Berufsgenossenschaften die Kosten. Zu weiteren Informationen (Behandlungsformen, Beantragung der Kostenübernahme bei den verschiedenen Kostenträgern, Schmerzambulanz usw.) gelangen Sie hier: http://www.schmerz.com/konzept-und-kostentraeger (einfach anklicken).

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Aktualisiert:>22.09.2009</> a&bl90-
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